Autoimmunerkrankung

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Was haben Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), Sjögren-Syndrom, Lupus erythematodes (LE) und Psoriasis-Arthritis gemeinsam? Es handelt sich in allen Fällen um eine Autoimmunerkrankung. Bei dieser Gruppe von Erkrankungen liegt die Ursache im körpereigenen Immunsystem, dass den Körper selbst angreift. Hier arbeitet das Abwehrsystem zuviel und greift dabei auch körpereigene Zellen an. Somit haben die chronischen Gelenkschmerzen die auftreten, die Ursache darin, dass Ihr Körper sich zu schützen versucht. Aber leider auf die falsche Art und Weise.

Wie funktioniert das Immunsystem?

Dieses intelligente Abwehrsystem besteht aus spezialisierten Zellen und Proteinen, die überall im Körper vorhanden sins. Die Hauptaufgaben sind die Reinigung bei Infektionen und Entfernung von Zelltresten, die überflüssig geworden sind. Das Immunsystem ist so programmiert, dass es die krankheitserregenden Bakterien, körperfremde Zellen und Viren erkennen können und bekämpfen. Es bildet dann Antikörper (Immunglobuline) gegen diese schädlichen Eindringlinge. Es ist sehr gut festzustellen, wenn das Immunsystem in Aktion tritt gegen Infektionserreger. Es entstehen Entzündungen, Fieber, Rötung, Schmerzen und Schwellungen. Darüber hinaus ist das Immunsystem in der Lage, den Unterschied zwischen noch funktionierenden Zellen und Komponenten der alten, sozusagen infizierten oder toten Zellen zu erkennen. Die Entfernung dieser überflüssigen Zellreste und abnormaler Zellen ist ein kontinuierlicher Prozess, wobei besonders Nachts, wenn Sie schlafen, ist die Aktivität besonders hoch.

 

Blutgefäß

Das linke Blutgefäß ist gesund und enthält die normale Zusammensetzung von Blutzellen (hauptsächlich rote Blutzellen). In dem rechten Blutgefäß sind Eindringlinge vorhanden, wodurch das Immunsystem reagiert: Es sind verschiedene Zellen des Immunsystems zu sehen, die die Eindringlinge bekämpfen. Auch läßt das Blutgefäß Eindringlinge austreten, so können die Eindringlinge außerhalb des Blutgefäßes angegriffen und vernichtet werden. Rötungen entstehen (durch roten Blutkörperchen, die austreten) und Schwellungen (durch die Menge an Feuchtigkeit die aus dem Blutgefäß sickert). Bei einer Autoimmunerkrankung ist es derselbe Vorgang aber ohne dass ein Anlass dazu besteht!

Wie entsteht eine Autoimmunerkrankung?

Diese entsteht, wenn das Immunsystem plötzlich den Unterschied zwischen gesunden, gut funktionierenden Zellen und alten oder abnormalen Zellen nicht mehr wahrnehmen kann. Dann wendet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Es stuft dann gesunde Zellen für gefährliche ein. Die weißen Blutkörperchen des Immunsystems produzieren dann Antikörper gegen die gesunden Zellen des Körpers. Diese Antikörper greifen dann die funktionierenden Zellen des Körpers an. Das Ergebnis kann zu Schäden an den Organen und Gewebe verursachen. Man spricht ebenfalls von einer Autoimmunerkrankung wenn der Prozess der Entsorgung von Zellresten korrekt verläuft aber von einer Entzündung begleitet wird. In Rheumatologie sind der Rheumafaktor (RF) und ACPA als Autoantikörper bekannt. Wenn diese im Blut gefunden werden, dann sind die Chancen groß, dass Sie eine Autoimmunerkrankung haben. Die genaue Ursache von Autoimmunerkrankungen herrauszufinden, hat seit Jahren die Priorität in zahlreichen wissenschaftlichen Studien. Wie diese Krankheiten entstehen, ist jedoch immer noch ein großes Rätsel. Es ist sicher, dass eine genetische Komponente eine Rolle spielt. Aber nicht alle Träger der genetischen Komponente entwickeln eine Autoimmunerkrankung.

Woran erkennt man eine Autoimmunerkrankung ?

Derzeit sind mehr als 80 Krankheiten als Autoimmunerkrankung identifiziert. Die Symptome variieren von Krankheit zu Krankheit so kann jemand der unter rheumatoide Arthritis leidet, Steifheit in den Gelenken erfahren. Patienten mit Sjögren-Syndrom können unter trockenen Augen und Mundtrockenheit leiden. In den meisten Fällen spielen bei einer Autoimmunerkrankung chronische Entzündungen der Organe oder Gelenke eine Rolle. Auch Symptome wie Müdigkeit, Depressionen, Schmerzen und ein allgemeines Gefühl von Unwohlsein, stehen in Zusammenhang mit dieser Erkrankung.

Wie behandelt man eine Autoimmunerkrankung?

Viele Autoimmunerkrankungen können die Organe schädigen. Denken Sie an die Haut, Herz, Lunge, Nerven, Leber und Nieren. Sie werden von einem Arzt behandelt, der spezialisiert ist in dem Bereich in dem die Krankheit sich manifestiert. Sie werden behandelt durch einen Rheumatologen für Gelenkerkrankungen und durch einen Dermatologen wenn die Autoimmunerkrankung die Haut betrifft. Oftmals ist nicht immer sofort ersichtlich, dass die Symptome durch eine Autoimmunerkrankung verursacht werden. Sie werden zunächst durch einen Internisten oder einem Immunologen untersucht werden.

Ist eine Autoimmunerkrankung dasselbe wie eine Allergie?

Nein, eine Allergie ist immunologisch eine andere Reaktion  als eine Autoimmunerkrankung. Der wesentliche Unterschied zwischen einer Autoimmunkrankheiten und Allergien ist, dass es bei einer Allergie tatsächlich um Eindringlinge geht und bei einer Autoimmunerkrankung nicht. Doch während bei Allergien der Körper auf harmlose, aber körperfremde Stoffe übertrieben stark reagiert, lauert der Feind bei Autoimmunerkrankungen im eigenen Organismus. Fehlgesteuerte Immunzellen greifen körpereigene Gewebe oder Zellen an.

 

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