Bandscheibenvorfall

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Bei dem Wort Bandscheibenvorfall, denken sofort an den Rücken. Jedoch gibt es verschiedene Arten von Bandscheibenvorfällen (Herniation). Der Bandscheibenvorfall besteht in einer Vorwölbung der Zwischenwirbelscheibe nach hinten in Richtung Rückenmark, wodurch zeitweise oder dauernd Druck auf eine Nervenwurzel ausgeübt wird. Auch Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule treten vermehrt auf. Bandscheibenvorfälle in der Brustwirbelsäule sind im Vergleich zur Lenden- und Halswirbelsäule sehr selten und extrem schwierig operativ zu behandeln.

Die Bandscheibe?

Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen und neun bis zehn starren Wirbeln.Die 24 beweglichen Wirbel sind durch Bandscheiben, Wirbelgelenke und Bänder miteinander verbunden. Die Bandscheibe (auch Zwischenwirbelabschnitt genannt) verbindet zwei Wirbelkörper und dient als flexibler Puffer im tragenden Teil der Wirbelsäule. Bandscheiben sind die Stoßdämpfer der Wirbelsäule. Sie fühlen sich an wie Gummi: weich und elastisch. Außen bestehen sie aus einem Faserring (Anulus fibrosus), innen aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus). Hier kommt es aufgrund der hohen mechanischen Belastung und infolge von Fehlhaltungen relativ häufig zu Abnutzungserscheinungen.

Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall?

Im Laufe der Zeit verliert die Bandscheibe aber Wasser und büßt Elastizität ein. Bei Stößen wird sie platt gedrückt und bleibt in dieser veränderten Form. Dann wölbt sich die Bandscheibe und drückt auf die Nerven, dies erzeugt Schmerzen, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen. Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Allein in Deutschland werden jährlich 800.000 Bandscheibenvorfälle diagnostiziert. Das Durchschnittsalter der Patienten liegt dabei zwischen 45 und 55 Jahren.  Zu den Risikofaktoren zählen Überbelastung oder Fehlbelastung der Wirbelsäule, Übergewicht, schwache Rückenmuskulatur und Unfälle. Interessant ist auch die Tatsache, dass Bandscheibenvorfälle bei Rauchern häufiger vorkommen.

Was sind die Symptome eines Bandscheibenvorfalls?

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule sind Schmerzen im unteren Rücken. Diese können in ein oder beide Beine ausstrahlen und lassen nach, wenn das Bein angewinkelt wird. Werden die Nerven im Spinalkanal der Wirbelsäule oder die Nervenwurzeln durch einen Bandscheibenvorfall stärker zusammengedrückt oder zunehmend geschädigt, werden die Schmerzen weniger wahrgenommen. Die am drastischsten wirkende Folge eines Bandscheibenvorfalls ist das Cauda Equina Kompressionssyndrom, eine massive Quetschung der Spinalnerven im Wirbelkanal. Die Symptome sind vor allem Lähmungen, Schmerzen und Gefühlsstörungen der Beinen sowie Blasen- und Mastdarmstörungen. 40 Prozent aller Patienten, die einen Bandscheibenvorfall mit Reizung der Nervenwurzeln erlitten haben, entwickeln langfristig chronische Rückenschmerzen.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Zunächst einmal nimmt der Arzt eine gründliche und ausführliche Anamnese vor. Falls ein Rückenspezialist konsultiert wird, nimmt dieser als nächstes verschiedene neurologische Untersuchungen vor, um festzustellen, welche Nervenwurzel eingeklemmt sind. Er kann so auch feststellen ob die beschriebenen Ausfallerscheinungen zu einer bestimmten Bandscheibe oder Nervenwurzel passen und auch einen Hinweis darauf erhalten, in welchem Bereich der Bandscheibenvorfall aufgetreten ist. Oftmals wird auch auch ein CT (Computertomografie) und ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) gemacht, diese sind bei der Diagnose äußerst hilfreich.

Wie ein Bandscheibenvorfall behandelt?

Bandscheibenvorfälle werden nicht immer operiert. In etwa 90 Prozent der Fälle bessern sich die Beschwerden von selbst. Der Arzt wird also nicht sofort entscheiden, chirurgisch zu intervenieren. Trotz Schmerzen soll der Patient möglichst in Bewegung bleiben. Bettruhe ist nicht länger als wenige Tage sinnvoll: Sonst kann sie durch schnelle Rückbildung der Muskulatur und Reduktion der Stoffwechselaktivität sogar zu einer Verschlechterung der Situation führen. Sollten die Beschwerden sich nach 6 Wochen nicht gebessert haben, wird der Arzt eine Operation empfehlen. Wenn der Bandscheibenvorfall die Nervenwurzel oder das Rückenmark bedrängt und so zu starken Schmerzen und Funktionsausfällen führt wie z.B. Empfindungstörungen an Genitalien und Anus. Dann muß dieser Bandscheibenvorfall operativ behandelt werden, um die Nerven wieder freizugeben. Nur so können häufig auch bleibende Schäden an den betroffenen Nerven verhindert werden.

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