Was ist Arthrose und was kann ich hier selbst dagegen tun?

Wie viele Menschen haben Arthrose?

Arthrose kommt bei der deutschen Bevölkerung deutlich häufiger vor als rheumatoide Arthritis (im Volksmund: Rheuma) und andere Gelenkserkrankungen. Von allen Deutschen haben ungefähr 17,8 – 19,3 % Arthrose. Arthrose kommt bei Frauen beinah zweimal so häufig vor wie bei Männern. Da Arthrose vor allem beim Älterwerden auftritt, ist zu erwarten, dass der prozentuale Anteil der Menschen mit Arthrose in den kommenden Jahrzehnten wegen der Vergreisung der Bevölkerung deutlich zunehmen wird. Außerdem gibt es viele Menschen mit Übergewicht, und im Allgemeinen bewegen wir uns zu wenig: Es ist bekannt, dass diese Faktoren das Arthroserisiko sehr stark beeinflussen.

Prevalenz Arthrose

Ich habe Angst, dass ich auch Arthrose bekomme. Was kann ich tun, um das zu verhindern?

Arthrose zu verhindern ist sehr einfach und gleichzeitig kann es große Anstrengungen von Ihnen erfordern.

  • Die meisten Menschen, die mit Arthrosebeschwerden in den Hüften oder Knieen zum Orthopäden kommen, haben Übergewicht. Sie haben Übergewicht, wenn Ihr BMI höher ist als 25. Der BMI berechnet sich folgendermaßen: Ihr Körpergewicht (in kg) geteilt durch das Quadrat Ihrer Körpergröße (in m). Diese Zahl ist Ihr BMI. Sind Sie zu schwer? Dann wäre es vielleicht eine gute Idee, wenn Sie abzunehmen versuchen.
  • Bestimmte Nahrungsmittel können das Entstehen von Arthrose hemmen oder eben auch beschleunigen. Sie können dies schon frühzeitig berücksichtigen und dadurch die Gefahr verringern, dass eine Arthrose entsteht. Lesen Sie z.B. den Artikel über Ernährung und Arthrose.
  • Auch Bewegung ist ein wichtiger Faktor. Wenn Sie sich weniger als eine halbe Stunde pro Tag bewegen, bewegen Sie sich wirklich zu wenig. Und eine halbe Stunde Bewegung pro Tag ist wirklich das absolute Minimum. Eine Stunde oder länger wäre noch viel besser! Bei „bewegen“ brauchen Sie übrigens überhaupt nicht an intensiven Sport zu denken: Gehen Sie einmal zu Fuß oder nehmen Sie das Fahrrad statt des Autos, oder machen Sie regelmäßig einen ruhigen Spaziergang mit einem guten Freund oder einer guten Freundin. Sie werden merken, dass Bewegung nicht nur gut für die Gelenke ist, sondern auf jeden Fall auch für Ihre allgemeine Gesundheit (körperlich und psychisch).
  • Auf der anderen Seite besteht die Gefahr der Überlastung: Viele Intensivsportler bekommen früher oder später Probleme mit Arthrose. Wenn Sie merken, dass die Gelenke Ihrer Beine oder Hüften warm werden, leicht anschwellen, pochen oder zu schmerzen anfangen, kann dies ein Signal sein, dass Sie es wirklich ruhiger angehen lassen müssen!

Was sich nicht verhindern lässt: Ein heftiger Sturz oder ein anderes Trauma kann auch die Ursache dafür sein, dass sich Arthrose entwickelt. Häufig entsteht Arthrose dann in dem Gelenk, das den Schlag abbekommen hat. Wenn Sie ein paar Monate bis ein Jahr nach so einem Vorfall noch Probleme mit dem Gelenk haben, oder wenn das Gelenk irgendwann in diesem Zeitraum wieder anfängt, zu schmerzen (nach einer Periode der scheinbaren Genesung), dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich in diesem Gelenk eine Arthrose entwickelt hat.

Manchmal kann auch eine Operation Arthrose verursachen: z.B. eine Operation am Meniskus (im Knie) oder eine Spiegelung in einem Gelenk.

Was genau ist Arthrose?

Auch wenn Arthrose meist nur mit Gelenkverschleiß und Knorpelverschleiß assoziiert wird, liegt bei diesem Krankheitsbild auf jeden Fall auch eine Entzündung vor, die eine direkte Folge des entstandenen Schadens ist [1]. Der Knorpelverschleiß, und letztendlich der Knochen-auf-Knochen-Kontakt durch den fehlenden Knorpel, führt zusammen mit der lokalen Entzündung zu den charakteristischen Schmerzen, der Schwellung und der Steifheit. Im Gegensatz zu dem, was viele Menschen denken, ist der Knorpel selbst nicht empfindsam. Knorpel enthält neben Chondrozyten (Zellen, die Knorpel produzieren und versorgen) keine weiteren Zellen, also auch keine Nervenzellen, die den zunehmenden Schaden oder die Reibung orten können. Knochen und Synovia (Gelenkschleimhäute) enthalten hingegen Nervenzellen, die Entzündungsfaktoren in der Gelenkflüssigkeit und Knochen-auf-Knochen-Kontakt signalisieren können, und das erkennt das Gehirn als „Schmerz“. Die freigesetzten Entzündungsfaktoren (Prostaglandine und Zytokine) stimulieren weiteren Knorpelabbau und neue Entzündungsreaktionen und können manchmal auch über den Blutkreislauf in anderen Gelenken Entzündungen und danach Arthrose verursachen.

Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis äußert Arthrose sich bei vielen Menschen nur in einem Gelenk, auch wenn sie sich durchaus auf mehrere Gelenke ausweiten kann (wenn es sich um mehr als fünf Gelenke handelt, nennt man das „Polyarthrose“). In den allermeisten Fällen ist das Kniegelenk oder die Hüfte betroffen.

Arthrose-gelenk

Ich habe Arthrose, was kann ich hier noch tun?

Die obenstehenden Empfehlungen, wie Sie eine Arthrose verhindern können, können Sie auch beherzigen, wenn Sie bereits Arthrose haben.

    • Es ist nie zu spät, mit dem Abnehmen anzufangen, wenn Sie Übergewicht haben: Jedes Kilo, dass Sie abnehmen können, ist wieder ein Kilo weniger Druck auf dem empfindlichen Gelenk (dies gilt vor allem dann, wenn es sich um ein Gelenk der Hüfte oder eines Beins handelt). Außerdem ist bekannt, dass überschüssiges Fettgewebe einen negativen Einfluss auf die Stoffwechselprozesse und auf (niedriggradige) Entzündungsreaktionen hat. Wie schon gesagt, spielen (niedriggradige) Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle bei der Beschleunigung des Knorpelabbaus und der Entstehung von Schmerzen. Es ist also auf jeden Fall eine gute Idee, auf ein gesundes Gewicht hinzuarbeiten!
    • Auch wenn Sie schon Arthrose haben, kann das Umstellen Ihrer Ernährung noch etwas bewirken. Manche Lebensmittel sind entzündungshemmend oder eben auch entzündungsverstärkend und beeinflussen deshalb Ihre Beschwerden. Lesen Sie z.B. unseren Artikel über Ernährung gegen Arthrose.
    • Bewegung bleibt auch wichtig, wenn Sie schon Arthrose haben. Ihre erste Reaktion wird vielleicht so aussehen: Aber Bewegung tut doch so weh, dann darf ich doch nicht damit weitermachen? Aber gerade dann, wenn Sie Arthrose haben, müssen Sie auch in Bewegung bleiben. Zu wenig Bewegung kann den degenerativen Prozess sogar beschleunigen. Außerdem ist es sehr schön, wenn Sie trotz Ihrer Beschwerden aktiv bleiben und weiterhin an allen möglichen Aktivitäten teilnehmen. Wenn das Laufen Schmerzen verursacht, könnten Sie zum Beispiel etwas mehr mit dem Fahrrad fahren. Oder Sie könnten einen Physiotherapeuten fragen, was für Übungen Sie machen können, um den Zustand Ihres steifen Gelenks zu verbessern (unter diesem Artikel finden Sie eine Reihe von Verweisen auf Artikel, die auch Übungen enthalten). Sie werden sehen: Das verbessert Ihre Lebensqualität!
    • Sport sollten Sie lieber überhaupt nicht mehr machen, wenn Sie einmal Arthrose in einem Gelenk haben, dass Sie dabei belasten. Denn beim Sport ist die Gefahr der Überlastung ziemlich groß. Sie werden beim Sport manchmal unerwartete Bewegungen machen (müssen), wobei möglicherweise zusätzlicher Schaden in den Gelenken entsteht. Deshalb: Bewegung ist wichtig und Bewegung ist unerlässlich, bleiben Sie in Bewegung! Aber passen Sie bitte mit intensiven (sportlichen) Aktivitäten auf!

Außerdem können Sie Diätetische Produkte mit einem regenerativen Einfluss auf die Gelenke verwenden. Ein tolles Beispiel hierfür erwähnte der orthopädische Chirurg Jan Ide de Jong kürzlich in der Sendung. Das Video davon können Sie sich ansehen, wenn Sie auf den Link klicken.

Es gibt auch noch mehr spezialisierte Artikel, mit erläuterten Übungen, über Arthrose in den Händen oder im Daumen, Arthrose im Hals, Arthrose im Knöchel, Fuß oder Zeh, Arthrose in der Hüfte, Arthrose im Handgelenk, Arthrose im Rücken, Arthrose in der Schulter, Arthrose im Knie und Arthrose im Ellbogen.

Wenn Sie aufgrund der Schwere Ihrer Beschwerden trotz Befolgens dieser Ratschläge nicht weiter funktionieren können, dann können Sie letztendlich zu einem Orthopäden gehen, um ein künstliches Gelenk einsetzen zu lassen. Fast alle Gelenke können inzwischen operativ durch eine Prothese ersetzt werden.

Möchten Sie einen persönlichen Rat von uns haben? Sie können uns über das Kontaktformular eine Bitte um Kontaktaufnahme schicken. Geben Sie dabei bitte so genau wie möglich an, wie Ihre Beschwerden aussehen, welche Untersuchungen bereits durchgeführt wurden (zum welche Beispiel welche Diagnose Sie von einem Arzt bekommen haben) und wie genau Ihre Frage lautet.

Möchten Sie mehr Informationen darüber, was Sie selbst bei Arthrose machen können? Sie können über unsere Website eine Broschüre über „Bewegen ohne Schmerzen“ gratis herunterladen!

Lesen Sie mehr über Grünlippmuscheln, Curcumin und schwarze Johannisbeere: Dies sind ein paar natürliche Entzündungshemmer bei Arthrose, die meistens sicher neben der regulären Medikation verwendet werden können!
Mehr Artikel lesen in unserem Institut.

[1] De Valk, H. (2007) Laaggradige ontsteking oorzakelijke factor bij veel ziektebeelden. (Niederländisch) Tijdschrift voor Orthomoleculaire Geneeskunde 2;9-17.

Kostenlos herunterladen

Broschüre kostenlos herunterladen im Wert von 4,95 €.

Download kostenlos

Haben Sie Frage? Wir können Ihnen helfen. Kontakten Sie uns.

Teilen

Teilen Sie per E-Mail

Bleiben Sie kostenlos informiert

Tipp: Bleiben Sie über Neuigkeiten aktuell informiert. Kostenlos abonnieren!

Bitte beachten Sie, dass die Erwähnung von Marken in Ihren Kommentaren nicht ist erlaubt. Wenn Sie dies tun, wird Ihre Antwort sofort entfernt.

Kommentare